die brille
nachdem johann gutenberg im jahre 1445 die buchdruckerkunst erfunden hatte, stieg der anteil der menschen, die bücher und anderes gedrucktes lesen wollten, sprunghaft an. umso schmerzlicher wurde daher der verlust an sehkraft, vor allem im alter, beklagt. die benutzung einer brille ermöglichte damit zahlreichen, vor allem älteren menschen, die unter alterssichtigkeit litten, ein ausreichend gutes sehen, um bücher und andere schriften angenehm lesen zu können. insofern bedeutete die erfindung beziehungsweise einführung der brille fast eine kleine kulturrevolution.
die ersten brillen, sogenannte nietbrillen, besaßen noch keinerlei befestigung für den kopf, ihre fassungen bestanden aus eisen, holz oder horn. diese nietbrillen wurden durch zwei übereinandergenietete, instabile, eingefasste gläser gebildet. sie wurden einfach vor die augen gehalten. ihre entstehung geht auf das ende des 13. jahrhunderts zurück. In der zweiten hälfte des 14. jahrhunderts wurden dann sogenannte bügelbrillen entwickelt, bei denen die beiden gefassten gläser mittels eines bügels verbunden waren. die ersten entwicklungen einer ohrenbrille mit befestigungen hinter dem ohr, so wie wir sie heute kennen, gehen auf das 18. jahrhundert zurück. in der dazwischen liegenden zeit wurden zahlreiche brillen, wie mützenbrillen, monokel, stirnreifenbrillen, gelenkbrillen, zwicker, fadenbrillen und das lorgnon entwickelt.
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